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KoalitionsverhandlungenDer SPD scheint zu dämmern: Sie ist auf Merz reingefallen

Kommentar von Pauline Jäckels

Die Finanzfrage der kommenden Koalition galt als geklärt. Doch für die SPD und ihre Vorhaben wird die Einigung wohl ein Verlustgeschäft.

Die deutsche Aufrüstung soll nach der Unions-Idee mit einer Umverteilung von unten nach oben finanziert werden Foto: Carsten Koall/dpa

W enn 19 Verhandler von Union und SPD plötzlich zu Geduld mahnen und immerzu betonen, gute Lösungen bräuchten Zeit, ist das ein Codewort für: Unsere Positionen liegen noch weit auseinander, wir brauchen Zeit, um jeweils das Beste für uns rauszuholen. Nachdem es Friedrich Merz und Lars Klingbeil gelungen war, im Blitztempo das Billionen-Schuldenpaket durch den alten Bundestag zu prügeln, dachten viele, die Finanzfrage wäre erst einmal geklärt.

Genau an dieser aber beißen sich Union und SPD jetzt noch einmal die Zähne aus. Den Sozialdemokraten dämmert wahrscheinlich gerade erst, welches Kalkül hinter dem Merz-Move tatsächlich steckte – und dass sie am Ende stärker als Verlierer aus der Sache herausgehen könnten als erwartet. Der CDU-Trick ging wie folgt: Mit den Schuldenausnahmen für Rüstungsausgaben konnte die aus Sicht der Union wichtigste und teuerste Notwendigkeit aus dem Weg geräumt werden.

Und mit Notwendigkeit ist nicht gemeint, dass sich Deutschland und die EU jetzt von den USA unabhängig machen. Im Gegenteil: Mit den Kriegstüchtigkeitsmilliarden kommt Merz der amerikanischen Bitte nach, die sich unter Trump in eine Drohung verwandelt hat: Wenn ihr weiter Teil einer Al­lianz mit mir sein wollt, müsst ihr einen höheren Eigenbeitrag leisten.

So hohe Schulden und Zinskosten müssen aber gegenfinanziert werden. Dafür braucht es mehr Wachstum. Und dafür braucht es das 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturpaket, das im Gegensatz zu Militärausgaben echte Investitionen umfasst und deshalb tatsächlich die Wirtschaft so ankurbeln könnte, dass am Ende Mehreinnahmen für den Staat rausspringen. Die 500 Milliarden Euro sind vielmehr eine fiskalpolitische Notwendigkeit als ein sozialdemokratischer Erfolg.

Wo die Union Spar­potenzial sieht, ist bekannt, unter anderem beim Bürgergeld

Umverteilung von unten nach oben

Nachdem diese Notwendigkeiten vom Tisch sind, argumentiert die Union natürlich: Wer so viele Schulden aufgenommen hat, muss nun besonders sparsam sein. In den Worten von Alexander Dobrindt, Chef der CSU-Landesgruppe, klingt das so: „Für uns ist entscheidend, dass Einsparpotenziale realisiert werden.“

Wo die Konservativen dieses Sparpotenzial sehen, ist bekannt: beim Bürgergeld und beim Deutschlandticket, das teuer werden soll. Das Rentenniveau soll gedeckelt und Klimasubventionen sowie Entwicklungshilfen sollen eingestampft werden. Ganz falsch liegt die CDU nicht. Deutschland strapaziert mit den Aufrüstungsschulden seine Kreditwürdigkeit. Um diese zu halten, muss das Wachstum wieder steigen. Das will die Union über Investitionen und Sozialkürzungen erreichen.

Hinzu kommen Steuererleichterungen für Unternehmen, die die Investitionsbedingungen verbessern sollen, sprich: die den Unternehmen das Profitmachen erleichtern. Ob dieser Plan aufgeht, ist unklar. Aber eins steht fest: Die deutsche Aufrüstung soll nach der Unions-Idee mit einer Umverteilung von unten nach oben finanziert werden. Mit den Finanzvorhaben der SPD – Vermögensteuer und Erhöhung des Rentenniveaus – ist dieser Plan nicht vereinbar.

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116 Kommentare

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  • Solange nicht verstanden wird, dass nur Unternehmen die Profite machen Steuern bezahlen, wundere ich mich auch nicht mehr über die Floskel "umschichten von unten nach oben". Deal?

  • Die Alte Tante hat eine lange Geschichte der Abwendung vom demokratischen Sozialismus und steht heute als nur eine nationalliberale Partei unter vielen (AfD, CDU/CSU, FDP usw.) für die Herrschaft einer Parteienoligarchie und für den universellen sozialdarwinistischen Wettbewerb. Am Anfang stand die Anbiederung an das Kaiserreich mit Beginn des 1. Weltkrieg, es folgten die Allianz mit nationalkonservativen und militanten Kreisen zur Niederschlagung linken Protests in der Weimarer Republik, das Godesberger Programm und die Agenda 2010. Der SPD dämmert vielleicht erst wieder etwas vom demokratischen Sozialismus, wenn sie der FDP nach unten, unter die fünf Prozent, folgt.



    Aber wahrscheinlicher ist, dass die SPD sich auch dann der Ausreden aller repräsentativen Demokraten die bei Wahlen verlieren bedient. Die Triade der rückgratlosen Opportunisten auf Stimmenfang:



    Wir müssen die WählerInnen besser davon überzeugen, dass wir die besseren Lösungen haben.



    Wir müssen zu unseren Werten und unseren alten Stärken zurückfinden.



    Wir müssen noch mehr Angebote in die breite Mitte der Gesellschaft machen.

    • @DemokratischeZelleEins:

      Wenn wir jetzt mal so tun, dass die Wähler mal halbwegs jeweils rational und emotional ihr Wahlkreuz machen. Und Sie sehen, dass nach aktueller Wahlumfrage CDU plus AFD zusammen weit über 50% haben, mit FDP 60.



      Und Sie schreiben was von 'demokratischen Sozialismus'.... um die Wähler zurückzuholen wegen der 'besseren Lösungen'. Ihr ernst?

  • Aussagen wie in diesem Artikel höre ich von Links dauernd. Ich finde das irritierend. Als CDU Wähler wird man das gerade andersherum sehen, wie die Entwicklung der Umfrageergebnisse seit der Wahl zeigt. Mal wieder viel zu viel SPD in allem. Offenbar kann man diese Partei seit 1998 einfach nicht mehr abwählen. Egal bei wie wenig Prozent die landen, es wird prominent mitregiert. Chapeau! Schickt die AfD eigentlich nach jeder Wahl Dankeskarten ins Willy Brandt Haus?

  • Immer, wenn sich die SPD auf die CDU einlässt, ist sie anschließend das gerupfte Huhn. Lernprozess? Fehlanzeige.

  • 83,6 % der Deutschen haben bei der Bundestagswahl gegen die Arbeit, das Programm und (wahrscheinlich ) auch die Personen der SPD gestimmt. Genau diesen Personen möchte man jetzt die gescheiterte Politik der SPD aufzwingen. Jetzt können sich die radikalen Kräfte von Rechts und Links genüsslich Zurücklehnen und beobachten wie ihnen die (zukünftigen) Wähler in die Hände getrieben werden.

  • Gerade wegen der Verfolgungs-Erfahrungen nach 1933 habe ich noch stets daran geglaubt, die SPD sei trotz aller politischen Irrwege in den vergangenen Jahrzehnten immer noch eine konsequent antifaschistische Partei.



    Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, wenn ich sehe, wie mit ihrer Unterstützung die Union den Tisch für die AfD reichlich deckt.

  • "Den Sozialdemokraten dämmert wahrscheinlich gerade erst, welches Kalkül hinter dem Merz-Move tatsächlich steckte – und dass sie am Ende stärker als Verlierer aus der Sache herausgehen könnten als erwartet"

    Vielleicht sollte den Sozialdemokraten mal dämmern das sie längst Verlierer SIND - spätestens seit der Bundestagswahl. Und das ihre Vorstellungen von Politik eben genau zu diesem Ergebnis geführt haben. Also, immer schön kleine Brötchen backen.

    • @Tom Tailor:

      Ich kann das Lamento auch kaum noch ertragen. Die SPD hat das schlechteste Wahlergebnis ihrer 138jährigen Geschichte eingefahren. Sie ist die einzige Konstante in den Regierungen der letzten 12 Jahre, kann sich also weder aus den Fehlleistungen der GroKO noch denen der Ampel herausnehmen. Sie ist mit dem unbeliebtesten Kanzlerkandidaten in den Wahlkampf gezogen.



      Auf der einen Seite wird im Unionlager beklagt, man verrate die Interessen der eigenen Wähler und in SPD Nähe fühlt man sich ebenfalls über den Tisch gezogen. Beide Lager behaupten, die Kompromisse, die da geschlossen werden, helfen nur der AfD. Mal, weil da "linke Politik" gemacht wird, mal "weil man zu wenig linke Politik macht".



      So langsam glaub ich wirklich, die Menschen haben jedes Gespür dafür verloren, dass Zurückstecken ein unabdingbarer Teil einer Koalition sind und dass nichts den radikalen Kräften mehr hilft, als unkonstruktives, parteipolitisches Gezänk und der Glaube, man könne den Wählerwillen abseits des eigenen Lagers mal eben ignorieren.

  • Keine Ahnung, woher die taz das hat, aber der Rest des Landes inkl. aller Medien sieht es genau andersrum: Dass sich die CDU von der SPD über den Tisch ziehen lässt...

    • @Petzi Worpelt:

      Vorallem hat Friedrich Merz mit der Unterstützung von Carsten Lindemann, durch die Lügen / Unwahrheiten bezüglich der Verschuldung von unserem Land, schweren Schaden angerichtet. Nicht nur bei den CDU / CSU Wählern, auch innerhalb der Parteien brodelt es heftig und hat durchaus Potenzial, die Parteien schwer dauerhaft zu schädigen.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Ups - Carsten Linnemann, selbstredend 😉

        • @Alex_der_Wunderer:

          Mann - Congratulation - 🙀🥳🧐 -



          Jetzt isses in trockenem Linnen!



          Chapeau

  • ´So hohe Schulden und Zinskosten müssen aber gegenfinanziert werden. Dafür braucht es mehr Wachstum.´



    behauptet das die CDU oder der autor?



    die viel bessere alternative: mehr steuern. ein grosser teil der deutschen lebt wie die maden im speck und beschweren sich auch noch, dass es ihnen nicht gut geht

    • @the real günni:

      Eine staatliche Beteiligung an den zu erwartenden, steigenden Gewinnen der Rüstungsindustrie, durch / bei der Auftragsvergabe, dürfen wir Steuerzahler wohl erwarten dürfen. Schließlich sind wir Steuerzahler es, die für die Schulden aufkommen dürfen. Hier ist absolutes, geschicktes Verhandeln unserer Regierung, im Sinne von uns Bürgern, einzufordern.

  • "So hohe Schulden und Zinskosten müssen aber gegenfinanziert werden."



    Ach nee, wirklich? Wer hätte das gedacht, dass Schulden auch bedient werden müssen!



    Jetzt haben die SPD und Andere ihre aufgeweichte Schuldenbremse, und die Folgen gefallen ihnen nicht. Da ahne ich schon die Lösung: Die Schuldenbremse muss ganz weg! Dann kann man Schulden und Zinsen mit weiteren Schulden bezahlen.



    Muss ich das als Sarkasmus kennzeichnen?

    • @sollndas:

      Nein, brauchen sie nicht, Es ist dieselbe Einstellung mit der manche Menschen in England mit Kreditkarten umgehen. Wenn das Limit bei einer erreicht ist, dann beantragt man die nächste irgendwo anders. Das geht solange bis die neue Karte nicht mehr die Zinsen der alten bedienen kann. Dann wird Privatinsolvenz angemedet. Es ist schlicht eine Spirale nach unten, auf der Menschen die nicht von jetzt bis gleich denken können abrutschen. Ich fürchte, wenn SPD und Grüne Privatpersonen wären dann würden sie zur selben Kategorie zählen..

  • Die SPD ist auf Merz reingefallen?



    Wenn ich mir die Sonntagsfrage ansehe, dann ist eher die CDU/CSU auf die SPD reingefallen. Denn die CDU/CSU zahlt nun den Preis wütender Wähler wegen des Wahlbetrugs der Neuschulden - zu Recht meine ich.

  • er auf wen 'reingefallen' ist, wird sich dann zeigen, wenn die AfD bei den nächsten Wahlen fröhliche Urständ feiert. Schließlich hätte ja jeder der früher einmal Volksparteien die WählerInnen und ihre Befindlichkeiten besser im Blick behalten können. Einen Merz zum KLanzler wählen zu müssen, der erst die AfD halbieren wollte mit dem Ergebnis, dass er sie verdoppelt hat und der gar nicht weiss, wofür ersteht -ein Kirchenmann war er nie und sozial eingestellt auch nicht- , das ist schon Strafe genug. Eigentlich müßten Demokraten bei diesen Aussichten ihre WählerInnen -verzeifelt- fragen, was sie denn falsch gemacht haben, wenn sich der (zurück gebliebene) Osten in Deutschtümelei verliert und sich nicht mehr angesprochen fühlt von diesem angeblichen Sozialdemokratismus.. Deutschland als wichtiger Teil Europas ist in schwerer Not, in Bezug auf das krude Politpersonal, das in seinem Handeln die Klimakatstrophe leugnet, in der Europa-Politik versagt und kaum Antworten darauf hat, wie sich das Auseinanderdriften der Schere zwischen arm und reich wieder schließen lässt. Mit Merz und Klingbeil wird das jedenfalls nichts!

    • @Dietmar Rauter:

      Warum wird beim Erstarken der AFD immer nur der Osten



      genannt. Was ist mit Gelsenkirchen, früher Hochburg der SPD,



      was zB. mit Kaiserslautern. Hat da Merz Schuld, waren die Leute da immer schon Nazis? Schuldzuweisungen sind



      keine Erklärungen für politisches Versagen.

    • @Dietmar Rauter:

      Ich kann mich ja täuschen, aber der Zeitraum in dem sich die AfD verdoppelt hat war die Ampel-Regierung, während Merz sich in Oppositionsarbeit versuchte.

  • Ich frage mich immer, ob die Leute der CDSU tatsächlich glauben, sie könnten mit ihrer Finanzpolitik die Wirtschaft ankurbeln, oder ob da nicht irgendwelche anderen Klientel- und Machtinteressen dahinter stehen. Denn so dämlich können sie ja eigentlich nicht sein, dass sie meinen, die Wirtschaft käme in Gang, wenn man bei mangelnder Nachfrage den Menschen die Kaufkraft nimmt.

    Kein Wirtschaftsunternehmen wir Leute einstellen und Anschaffungen machen, wenn man Steuern senkt, aber niemand ihren überflüssigen Scheiß kaufen will. Sie werden dankbar das Geld einstecken - schön für Vorstände und Aktionäre. Aber sonst wird damit nichts passieren.

    Und nochmal kann man die Kaufkraft lähmen, indem man die Menschen verunsichert. Wer nicht sicher sein kann, dass er seinen Arbeitsplatz behält, seine Wohnung bezahlen kann, oder dass er eine angemessene Rente bekommt, der wird sparen und nicht sein Geld raushauen.

    Und dazu braucht man kein VWL Studium, das ist simple Logik. Das müsste doch eigentlich selbst in den zeitlich zurückgebliebenen Hirnen von CDSU und FDP Leuten einsehbar sein.

    • @Jalella:

      Soso, die fehlende Inlandsnachfrage ist also Schuld an Schwäche der deutschen Wirtschaft.#

      Was sagt denn Betriebsrat.de dazu:

      "Nicht nur die weltweiten Entwicklungen führten zu der aktuellen Wirtschaftskrise. Hinzu treten spezielle Herausforderungen in Deutschland:

      Es findet eine schleichende Abwanderung von Industrien aus Deutschland statt. Hohe Energiekosten, bürokratische Hürden und vergleichsweise hohe Steuern machen Deutschland derzeit weniger attraktiv für Investitionen. Besonders betroffen sind energieintensive Branchen wie Chemie, Metallverarbeitung und Automobilbau. Unternehmen verlagern zunehmend Produktion ins Ausland, um wettbewerbsfähig zu bleiben. "

      www.betriebsrat.de...haftskrise-3693372

  • Die CDU ebenfalls.

  • Ist doch klar, dass das jetzt keine schwarz geführte SPD-Regierung gibt. Wenn Merz gar nichts von seinem Programm erreicht (jedenfalls nichts, was über seine persönliche Kanzlerschaft hinausgeht), dann müsste die CDU diese Veranstaltung abbrechen, sonst fliegen ihr die nächsten Wahlen um die Ohren.



    Vielleicht hat die SPD einfach ihre Prioritäten falsch gesetzt?

  • Mir ist ohnehin völlig schleierhaft wieso sich die SPD immer dermassen über den Tisch ziehen läßt.

    Oder ist deren Pressearbeit so schlecht dass hier einfach nur ein flascher Eindruck entsteht ?

    • @Bolzkopf:

      Vielleicht, weil die Wahlergebnisse die SPD seit Jahrzehnten höchstens noch die Kraft geben, mitzugestalten, aber eben nicht mehr, selbst den Kurs zu bestimmen. Weiterer Aspekt ist vielleicht, dass das Hauptbedürfnis der Union anscheinend „Regieren“ lautet, und das ist viel leichter zu erfüllen, als die gesamte(!!!) Programmatik der politischen Linken von kommunistische Plattform über grüne Fundis bis Realos aller Parteien und schließlich Seeheimer Kreis unter einen Hut zu bekommen. Lies: Auf der linken Seite steht immer jemand, der*die die jeweils persönliche Priorität nicht erfüllt sieht und deswegen gleich sich und die SPD[/Grünen/Linke] über den Tisch gezogen fühlt.



      Aber zu beachten: aktuell grummelt es auch sehr in der Union, die sich mit auch bloß zweitschlechtestem Wahlergebnis trotzdem als Wahlsieger fühlt und nach der Aufgabe der Schuldenbremse (egal wie absehbar das schon vor ca. einem Jahr gewesen wäre) nun gefälligst scharf-konservative Politik in den Bereichen Migration, Steuern, Sozialpolitik erwartet.

  • Es gab eine politische Kraft, die im 20. Jahrhundert Marx Vorhersagen über den Kollaps des Kapitalismus verhindert hat: die Sozialdemokratie!

    Das Grundproblem der kapitalistischen Wirtschaftsweise ist, dass sich Kapital konzentriert und irgendwann nicht mehr angemessen investiert werden kann.

    Die Grundstärken sind wirtschaftliche Dynamik und Innovationskraft.

    Die Sozialdemokratie sorgte für (moderate) Abschöpfung der sich ansammelnden Kapitalmassen, gut ausgebildete Arbeitskräfte, bezahlbare Wohnungen, Gesundheit und Energie.

    Kurz: Sie (und auch einige Christdemokraten oder sogar Liberale) nutzten die Stärken des Kapitalismus und stabilisierten seine (selbst-)zerstörerischen Kräfte.

    Heute haben wir eine beispiellose Krise des Nachkriegskapitalismus, erkennbar an folgenden Symptomen:

    Die Inhabenden des Kapitals sehen keine Investionsmöglichkeiten mehr außer Privatisierungen, Immobilieninvestitionen, Rüstung.

    Das Problem ist: Schon jetzt gibt es fast niemanden mehr, der sich die Resultate von Investitionen leisten kann. Daher kommen diese Manöver.

    Die neue Koalition verspricht "mehr desselben".

    Sie wird deshalb nichts erreichen außer einer weiteren Verschärfung der Krise.

    • @Stavros:

      Volle Zustimmung, auch wenn es erst den Kapitalismus gebraucht hat, feststellen zu dürfen (oder in Bezug auf das Klima: müssen) , wie viel Wohlstand so viel menschliche Kreativität hervorbringen kann und jetzt durch den Zwang zur Profitsucht weniger, die sich diese Erträge unter den Nagel reissen, auch wieder zerstört wird.

  • Erstaunlich wie leicht der taz das Wort "Kriegstüchtigkeitsmilliarden" über die Lippen geht! Wie wäre es mit einem Krigestüchtigkeitsressort in der taz? Und dann das beharren auf wrtschaftlichen Wachstum. War die taz mal eine Zeitung, die nicht im herkömmlichen wirtschaftlichen Baukastenprinzip argumentiert und wirtschaftliche Alternativen unterstützt, wie z, B. Degrowth?

    www.blaetter.de/au...-als-notwendigkeit

  • "Die deutsche Aufrüstung soll nach der Unions-Idee mit einer Umverteilung von unten nach oben finanziert werden."

    Hat jemand etwas Anderes erwartet?

  • Also bleibt es dabei. Die Armen bleiben schön arm, die Reichen vervielfachen ihre Gewinne. Am Ende steht ein Krieg.

    • @Joachim Kappert:

      Da wir Mitgliedsstaat in der NATO sind, könnten müssen wir andere, angegriffe NATO Staaten mit verteidigen. Aber wäre ein Austritt aus der NATO, eine Option für Deutschland ?



      Im übrigen wäre ein ausreichendes Luftabwehrsystem für ganz Deutschland schon recht clever. Dürfen wir wohl, aufgrund der hohen Investitionen in die Verteidigung, erwarten.

  • Erstaunlich: in den konservativen Blättern steht unisono Merz lasse sich von der SPD lang über den Tisch ziehen, er ginge sogar blank von diesem...

    Ja was denn nun?

    Ich erwarte, dass sich die beiden, bzw. drei Parteien irgendwie im Grundsätzlichen zusammenraufen da sie zwar sehr unterschiedliche Blickpunkte haben aber letztlich doch Parteien der Mitte sind. Auch die Ampel hätte sehr wohl die ganze Legislatur halten können, wenn sich alle mal etwas zusammengenommen hätten.

    Und ich erwarte auch, dass Prozesse, Ergebnisse und Wirkungen von der Presse, egal ob eher der linken oder rechten, abseits von "ganz oder gar nicht" und "wenn ich im Sandkasten die Schüppe habe hast du sie nicht" Erzählungen, mit dem Anspruch der Sachlichkeit analysiert und beschrieben werden.



    Die zwischenzeitlichen oder abschließenden Bewertungen können ja dann auch durchaus gegensätzlich sein, aber eben nicht aus einem Reflex heraus.

    Ansonsten lohnt sich für mich die Lektüre nicht.

    • @Waage69:

      Würde ich unterschreiben.

    • @Waage69:

      Wenn sowohl die Linken als auch die Konservativen unzufrieden sind, kann das durchaus für einen ordentlichen Kompromiss in der Mitte sprechen.

  • Es sollten alle einmal ihr Parteibuch zur Seite legen, die ideologischen Strömungen in ihren Parteien ausblenden und eine realistische Bestandsaufnahme machen, was in unserem Land aktuell, weshalb vor sich geht und was die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger wünscht.

    Und zu den 1.000 Mrd:



    Refomiert erst einmal die Beschaffung, bevor ihr das Geld ausgebt. Vor ALLEM das Beschaffungsamt der Bundeswehr!

  • Vielleicht sollten die CDU/CSU-Politiker nochmal den Rechenunterricht aus der Grundschule wiederholen: Fürs Bürgergeld werden insgesamt(!) unter 30 Milliarden ausgegeben. Mehr lässt sich auch dann nicht einsparen, wenn man ALLEN Berechtigten die Leistungen streicht (was selbst die CDU/CSU nicht will). Anstatt populistischen Unsinn zu verbreiten, sollte man lieber die Hausaufgaben machen und mit realistischen Zahlen arbeiten, statt mit völlig aus der Luft gegriffenen Zahlen, die man selber nicht versteht.

    • @Rudi Lipp:

      Die Zahl die Sie da nennen ist lediglich die Summe der ausgezahlten Grundsicherung noch ohne Zuschüsse für Wohnen usw. . Von den Kosten der Verwaltung und Gesundheitsversorgung usw fangen wir erst gar nicht an. Realistisch ist eher ein Betrag zwischen 70-80 Mrd. So ganz genau wird da aber lieber nicht nachgerechnet.

      • @Šarru-kīnu:

        Da wird schon genau gerechnet. 26Mrd € war der Etat des Bundes 2024 für seinen Anteil am Bürgergeld. Darin sind auch Kosten für Unterkunft, Heizung etc anteilig enthalten. Da die Kosten für das Bürgergeld zwischen Bund und Ländern in gleichen Anteilen aufgeteilt werden, dürfte der Gesamtbetrag bei 52Mrd liegen inkl. Verwaltung.

      • @Šarru-kīnu:

        Und das Sozialstaatsgebot der Verfassung gebietet die Sicherung des Existenzminimums.

        Was jetzt? Neue Verfassung?

        Menschwürde kostet eben was, aber ich gebe gerne Geld dafür aus, in einem zivilisierten und friedlichen Land zu leben.

        Übrigens steht in der Verfassung auch "Eigentum verpflichtet".

        In jeder Krise schütten wir diejenigen, die sowieso schon alles besitzen, weiter mit Steuergeldern zu.

        Ältere Beispiele: Finanzkrise (Banken und ihre Aktionäre), Corona (Masken! Pharmakonzerne!).

        Aktuelles Beispiel: Rüstungskonzerne.

        Dagegen sind Bürgergeldausgaben bloß Peanuts.

        Warum nennen Sie nur diese Zahlen? Regen Sie sich doch auch mal darüber auf, dass wir eine extreme Ungleichheit haben und dass sich die Privilegierten mit ihrem Geld Einfluss und noch mehr Geld kaufen.

  • Wenn das für die SPD unerwartet kommt, dann sind sie aber echt unbedarft. Ich bin 60 und kenne die CDU entsprechend lange. Mich überrascht da leider gar nichts.



    Die SPD wird sich mit einer Koalition mit der CDSU für die nächste Wahl auf möglicherweise unter 10% katapultieren.



    Aber das wird dann auch egal sein bei den 35% AfD, an denen keiner mehr vorbei kommt.



    Die CDU unter Merz wird das goldene Zeitalter der Faschos einläuten. Die Aktionen der CDU sind eh nicht mehr weit entfernt davon. Demokratieabbau, Menschen, die wegen eines Papierfliegers vor Gericht kommen, sinnlose paranoide Aufrüstung ohne Ende, Umverteilung von unten nach oben. Alles nichts Neues im Westen.

    • @Jalella:

      Was Sie "sinnlose paranoide Aufrüstung ohne Ende", bezeichne ich, in Anbetracht der Tatsache das Russland an der EU-Aussengrenze Krieg führt, als notwendige Wiederherstellung der deutschen Verteidigungsbereitschaft und Beitrag zum NATO-Bündnis.

  • Das ist ein sehr einseitiger Kommentar, der vor allem durch weglassen funktioniert. Merke: Meinung wird vor allem durch Nichtsagen gemacht. Alte Journalistenweisheit.

    Die Rente ist schon heute der größte Posten im Staatshaushalt. Ihr Niveau anzuheben, ist demographische Ignoranz, solange die Rentenkasse nicht auf breitere Füße gestellt wird. Das will die Beamtenpartei SPD aber keinesfalls diskutieren.

    Wie es sozialverträglich geht, nicht einzahlende Berufsgruppen an das Sozialsystem heranzuführen, hat ausgerechnet die Regierung Kohl vorgemacht: Sie erfand die Künstlersozialkasse.

    Verkürzt gesagt zahlen Verlage und Medienhäuse plus der Staat den Arbeitgeberanteil an Selbständige im Kultur- und Medienbereich.

    Hier anzusetzen wäre deutlich intelligenter und demographisch fairer als der reflexhafte Ruf nach Rentenerhöhungen.

    Ich bin überzeugt, dass die SPD sich durch dieses Verhalten gleichzeitig Möglichkeiten der Umschichtung bei der Einkommenssteuer zunichte macht.

    • @rakader:

      Nicht nur die SPD schätzt das Privileg des Staates als Arbeitgeber.

      Für die Beamten gäbe es neben dem Staat niemanden, der beim Arbeitgeberanteil was zusteuert.

  • Es geht völlig an der Realität vorbei, zu behaupten, Merz hätte irgendeinen Plan für eine Lockerung der Schuldenbremse gehabt, oder aber ein Investitionsprogramm.



    Das hat die SPD bereits im Vorwahlkampf vertreten und in den Verhandlungen durchgesetzt.



    Offenbar merken Merz und auch Söder, dass sich die SPD teuer verkaufen will.



    Das haben die BürgerInnen bemerkt:



    Merz sackt auf Zustimmungswerte von 25% wohingegen Klingbeil auf 35% steigt.



    Viele SPD Positionen werden von der großen Mehrheit der Deutschen geteilt, wohingegen CDU Ideen von Minderheiten gut geheißen werden.

  • Hoffentlich stimmt die Analyse. Und hoffentlich setzt die CDU sich durch.

    • @Querbeet:

      Wieso befürworten Sie ein Erstarken der AfD, die in Deutschland eine faschistische Diktatur einführen wollen?

      Genau das wäre nämlich die Folge, wenn die xxU ihre Politik wie geplant umsetzt.

      • @Truhe:

        Sie meinen, weil rote und/oder grüne Wohlfahrtsstaatspolitik sich als so erfolgreich erwiesen hat, die AfD zu schwächen? Weiß nicht, in welchem Land Sie leben, aber ich lebe in dem, wo gerade Wahlen waren, die das genaue Gegenteil besagen.

      • @Truhe:

        Es ist nicht mehr möglich in D eine Diktatur zu errichten.

        • @Tom Tailor:

          Na das ist aber starker Tobak! Warte mal ab bis die Faschos an der Macht sind. Die werden ähnliche Wege gehen wie die Trump-Junta und zack: das ist die Diktatur....

    • @Querbeet:

      Tja - wennste querbeet mit dem Hintern im warmen & trockenen sitzt - kannste naturellement so lasziv-abgefeimt zynisch den Larry raushängen lassen - wa.



      "Sozialstaat ala Grundgesetz? - wat issen nu wieder ditte?“ mal ihn fragen - hm?!



      forum-recht-online.../96-2-frenkler.pdf



      & sogar die alte Tante FAZ



      www.faz.net/aktuel...atie-19434865.html

      unterm——btw



      Dennoch erstaunlich - mit welcher Selbstverständlichkeit ollen Keynes fröhliche Urständ feiert - aber mit Erich Kästner -



      “Morgen, Kinder wird`s nichts geben!



      Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!



      Morgen Kinder lernt für`s Leben!



      Gott ist nicht allein dran schuld.



      Morgen kommt der Weihnachtsmann.



      Allerdings nur nebenan •

      —-/



      www.hohenlohe-ungefiltert.de/?p=5993



      always at your servíce

    • @Querbeet:

      Ja klar. Die Reichen und Super-Reichen leiden ja sonst auch unter größter Not, während die Krankenschwestern, Fabrikarbeiter und Sozialhilfeempfänger*innen in Saus und Braus ihre Kohle verprassen. Aber das sind ja allesamt extreme Faulenzer und die Firmen-Erben haben genug zu arbeiten um ihr unverdientes Vermögen zu verstecken - da muss man Verständnis für haben.

  • "Und mit Notwendigkeit ist nicht gemeint, dass sich Deutschland und die EU jetzt von den USA unabhängig machen. Im Gegenteil: Mit den Kriegstüchtigkeitsmilliarden kommt Merz der amerikanischen Bitte nach, die sich unter Trump in eine Drohung verwandelt hat: Wenn ihr weiter Teil einer Allianz mit mir sein wollt, müsst ihr einen höheren Eigenbeitrag leisten."

    Aber wie möchte Pauline Jäckels denn das hier angesprochene Problem der Selbständigkeit lösen? Es ist ein fataler Irrtum, dass es allzu bald ganz ohne die USA ginge. Dann reden wir laut Carlo Masala nämlich auf einmal über 6-7% des BIP für Verteidigung.



    Zugleich stehen wir vor dem Problem, dass auf den erratischen Trump und seine Administration kein Verlass ist, wir also nicht davon ausgehen können, dass man sich wirklich an die Beistandsverpflichtung hält.



    Ein ziemlich übles Dilemma. Es geht erstmal nur Schritt für Schritt und auch das wird ein Vabanquespiel.

    • @Taugenichts:

      Vielleicht wäre es schon mal ganz fabelhaft, aus dem monoton-litaneienhaften „Jetzt müssen ‚wir‘ aber…“ ein Stück weit rauszukommen. Lesen Sie doch mal „Die brennende Lampe“ von Kurt Tucholsky. Aber das war damals natürlich etwas gaaanz Anderes, heute sind die Aktien alle, ähem, wertebasiert.

      • @Earl Offa:

        Es ist ja sicher äußerst bequem sich auf den Standpunkt des maximal abstrakten Pazifismus und Antinationalismus zurückzuziehen. Nur ist die gegenwärtige Lage eben nicht einfach die Gleiche wie 1931, als sich Tucholsky in Deutschland mit dem Umsichgreifen eines extrem aggressiven, expansionistischen Nationalismus konfrontiert sah.



        Wenn die einem leider feindlich gesinnte Gegenseite ein autoritäres "Eurasien von Lissabon bis Wladiwostok" (D. Medwedew) anstrebt, dann hat die Forderung nach Aufrüstung tatsächlich eine „wertebasierte“ Grundlage. Beim Unterschied zwischen damals und heute geht es nicht nur um Nuancen, und das sollte selbst noch für diejenigen unschwer zu erkennen sein, die mit unterkomplexen Theorien wie etwa der von der „Aufrüstungsspirale“ regelmäßig an der Analyse der Verhältnisse scheitern.



        Die im „Jetzt müssen ‚wir‘ aber…“ zum Ausdruck gebrachte Notwendigkeit ergibt sich wiederum aus dem Umstand, dass die Bundeswehr zurzeit nicht einmal mehr das Prädikat „bedingt abwehrbereit“ verdient. Wer (darin übrigens in guter deutscher Tradition) überall nur ein und dieselbe „Kriegstreiberei“ am Werk sieht, braucht sich darüber aber keinen Kopf zu machen.

  • Vieleicht sollte sich die SPD das ganze einfach nochmal überlegen?



    Die Verluste sagen ja eigentlich ziemlich deutlich: Wir wollen euch nicht in der Regierung. Also sollte die SPD sich auch daran halten und in die Opposition gehen.



    Der Merz-Bube kann ja mit den Grünen und den Linken eine Koalition bilden. Das wird bestimmt lustig für die SPD dabei zuzuschauen.

    • @Semon:

      Wenn die SPD das macht, dauert es keine zwei Wochen und Alice Weidel ist Vizekanzlerin. Friedrich Merz hat schon alles andere vergessen, was er im Wahlkampf versprochen hat, da wird dieser letzte Schritt ein leichter für ihn.

    • @Semon:

      Dann darf ich das Wahlergebnis so interpretieren, dass die AfD in die Regierung soll?



      Dann bin ich froh, dass ich nicht in Deutschland lebe und mir alles von draussen anschauen kann.

    • @Semon:

      Ja, wenn man keine Verantwortung hat, kann man lustig leben.



      Kommt allerdings auch immer auf die Umstände an.

  • Ziel Nr. 1 sollte sein, dass bei der nächsten Wahl nicht die AfD die stärkste Partei ist.



    Mit einer weiteren Umverteilung von unten nach oben wird aber genau das passieren.

    Vermögenssteuer und Erhöhung des Rentenniveaus könnte den Aufstieg dagegen stoppen. Also sollte die SPD die CDU vor die Alternative stellen: Entweder Vermögenssteuer und Erhöhung des Rentenniveaus und 9€ Ticket etc. oder Neuwahlen.

    • @DemokratieKoennteSoSchoenSein:

      Ich finde Ihre Idee sehr gut. Leider sprechen zwei Dinge dagegen:



      Erstens: Die potenziellen AfD-Wählenden sind so gründlich indoktriniert, dass sie die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen als Angriff auf den eigenen Geldbeutel ansehen würden. Ist Quatsch, aber so funktioniert Propaganda. Es muss nix stimmen, es muss nur oft genug wiederholt werden, dann wird es auch geglaubt.



      Zweitens: Die SPD will mit regieren, egal um welchen Preis, bei dieser letzten demokratisch gewählten Regierung. Ist was fürs Poesiealbum. Und Pöstchen locken hinterher für brave Parteisoldat:innen. Die Armen sind nicht so wichtig.

      • @Patricia Winter:

        Ich gebe Ihnen recht, dass Dinge, die nur oft genug wiederholt werden, geglaubt werden, egal ob sie stimmen. Daher wäre der Begriff Vermögenssteuer auch falsch. Man müsste es schon Milliardärssteuer oder Steuer für die 100 fachen Millionäre oder so nennen, damit jeder kapiert, dass er nicht damit gemeint ist. Ein 9€ Ticket würde jeder kapieren. Oder eine andere Idee, die mal von einer Gemeinde im Osten ausprobiert wurde: Jeder hat 5 Taxifahrten im Monat frei als Ausgleich für den schlechten ÖPNV. Trotzdem werden einige AfD Wähler nicht davon ablassen. Aber die Hälfte könnte man vielleicht wieder zurückbekommen, wenn man wirklich klotzt und nicht nur kleckert wie zB. Mit einem 58€ Oder demnächst 89€ Ticket.

        Sie haben auch Recht mit der SPD: im Endeffekt wollen die vor allem regieren und Pöstchen haben. Zumindest war das in den letzten 30 Jahren so. Aber ich habe den Eindruck, dass zumindest einige kapiert haben, dass wenn sie das diesmal auch so machen, es wirklich die letzte Regierung ohne AfD ist. Und ich hoffe, dass die sich durchsetzen.

    • @DemokratieKoennteSoSchoenSein:

      Neuwahlen sind eine prima Idee. Noch liegt die AfD bei 25%.



      Nach vier Jahren Schwarz-Rot werden es vermutlich 35% + x sein, wenn das Gewürge so weitergeht.



      Allerdings könnten weitere Neuwahlen und Koalitionsverhandlungen das ganze noch schlimmer machen.

      • @Carsten S.:

        Ich denke, die einzige Chance, dass die AfD in 4 Jahren nicht bei 30+x % liegt, ist eine wirklich gerechte Politik. D.h. Dass nicht die 500 Reichsten 80% Vermögenszuwachs haben in 4 Jahren und die ärmeren 50% 0% (wie von 2020-2024). Sondern dass alle Bevölkerungsschichten gleichmäßig am wirtschaftlichen Fortschritt teilhaben.

        Dass wird aber höchstens dann passieren, wenn die SPD stärker ist als die CDU. Und das wird nur passieren, wenn es bald Neuwahlen gibt und die SPD wirklich mit dem Thema Gerechtigkeit in den Wahlkampf zieht.



        Eine Menge „Wenn“s. Ich weiß. Deshalb habe ich auch keine große Hoffnung. Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf.

    • @DemokratieKoennteSoSchoenSein:

      Ihr Ziel stimmt, allerdings liegen sie in der Analyse daneben. Eine weitere Erhöhung der Sozialausgaben wird von der Wählerklientel der AfD eher nicht goutiert; im Gegenteil. Wobei Rentenerhöhung vielleicht noch gut ankommt, aber eine Erhöhung beispielsweise des Bürgergeldes definitiv nicht. In meiner Wahrnehmung ist es momentan eher die SPD die Themen durchsetzt und der CDU wenig Punkte gönnt. Halte ich für fatal, denn jene CDU Wähler die sich jetzt enttäuscht von Merz abwenden werden ganz sicher nicht nach links wandern sondern realistisch gesehen eher zu den frustrierten Nichtwählern oder eben zur AfD leider.

      • @Fran Zose:

        Eine Erhöhung des Bürgergelds kommt sicher nicht gut an. Denn viele, die arbeiten, würden sich dann verschaukelt vorkommen. Statt das Bürgergeld zu erhöhen, müsste man erstmal dafür sorgen, dass es denen, die Arbeiten, wieder besser geht, z.B. indem man für die die Steuern senkt, ein 9€ Ticket einführt und für die e-Autos billiger macht als Verbrenner.



        Die der CDU, die z.B. ein Problem damit haben, dass die Schuldenbremse aufgeweicht wird, könnte man damit wieder ködern, dass die Schuldenbremse für die Infrastruktur eben nicht aufgeweicht wird, sondern stattdessen die 500 Reichsten deutschen 5 % Vermögensabgabe leisten auf Ihr Vermögen von 1100 Milliarden. Das sind 55 Mrd. Pro Jahr und damit mehr als die 500 Milliarden, denn das sind 42 Milliarden pro Jahr abzüglich 15-20 Mrd. € für die höheren Zinsen.



        Ob die von der CDU mit diesen 500 wirklich so solidarisch sind, dass ihnen 500 Mrd. Neue Schulden oder eine verfallende Infrastruktur lieber sind, wird man dann sehen. Aber dass die 6 Milliarden, die man im allerextremsten Fall beim Bürgergeld sparen kann, nicht reichen werden, sollten auch die irgendwann kapieren.

    • @DemokratieKoennteSoSchoenSein:

      Heute steht die AFD erstmal gleichauf mit der CDU. Hätte ich mir vor zehn Jahren nicht träumen lassen. Macht mal schön weiter so, dann haben wir in Kürze eine Frau als Kanzlerin. Schrecklich!

    • @DemokratieKoennteSoSchoenSein:

      Neuwahlen? Wovon träumen Sie denn?



      Grüne und Linke mit Söder?



      Der Friedrich Merz will Kanzler werden!



      Sie wissen vermutlich um den Merz'schen Ausweg.

  • Merz ist ein „Dealmaker“. Hat jemand was anderes gedacht?

    • @Pico :

      "Merz ist ein „Dealmaker“. Heften Sie Herrn Merz nicht ein solches, inzwischen verrufenes, Etikett ans Revers.



      Man könnte ihn als Erpresser bezeichnen.



      Und dieses Potential ist es vermutlich, weshalb sich die SPD überhaupt, nach der Wahlschlappe, mit den Herren Merz, Söder, Dobrindt, Frei eingelassen hat.



      Statt einer verdienten Pause, im doppelten Sinn, in der Opposition.

  • "...So hohe Schulden und Zinskosten müssen aber gegenfinanziert werden. Dafür braucht es mehr Wachstum...."



    Achja. Anders als mit Wachstum, Wachstum, Wachstum geht es natürlich nicht.



    Schon Mal was von Umverteilung von oben nach unten gehört? Steuern? Sowas?



    Achnee. Ist ja Kommunismus.



    Dann doch lieber Faschismus, newahr?

    • @Nansen:

      Ergänzung zu meinem eben geposteten Beitrag wäre noch die KLEINE ANFRAGE an die Bundesregierung: wie viele Abgeordnete des alten und neuen Bundestags sind bei Rheinmetall investiert, und welchen Partei gehören sie an.

    • @Nansen:

      Ich wette um jeden Betrag , den ich mir leisten kann :-), dass in Deutschland nicht mal eine Übergewinnsteuer für Rheinmetall erhoben wird.

    • @Nansen:

      Na ja, die Autorin meint eben, basierend auf der aktuellen Art des Arbeitens und Wirtschaftens ist Wachstum unerlässlich. Das mag illusionslos sein, aber ich weiß auch nicht, von welcher Seite sozialere, humanere etc. Politik durchgesetzt werden könnte, die Mehrheitsverhältnisse sehen halt nicht danach aus, auf absehbare Zeit. Rein prozentual betrachtet sind derzeit neben der sich bildenden Regierung und knapp 12 Prozent bellizistischen Schwaflern doppelt so viele Sitze für eine Partei gewählt worden, die mit Sozialem für nicht so ‚Leistungsfähige‘ noch weniger am Hut hat als die ohnehin schon sehr „Nichts gibt‘s!“-‚Groko‘-Parteien (na ja, „Groß“: zusammen gerade noch 45% der abgegebenen Stimmen, im Parlament dann - FDP und BSW-Stimmen sind bekanntermaßen letztlich unter den Tisch gefallen - dann 52%).



      Und die Linke hat unerwartet gut abgeschnitten, jedoch nicht mal die Hälfte der Stimmen der „Alternative“. Das zeigt halt doch gewisse Präferenzen.

      • @Earl Offa:

        Erstmal finde ich richtig Stuhl, wenn versucht wird die Mehrheiten Im Bundestag mit Pseudorechnungen zu deligimitieren.



        Wer z.B. die BASIS, Neos, DIE PARTEI, FDP oder andere wenig attraktive und marginale Kleinstparteien wählte, dem ist ohnehin nicht zu helfen, aber wusste, meine Stimme ist für die Tonne. Unter Sonstige fallen 9.4% der Zweitstimmen.



        Wem wollen Sie die zurechnen?



        Und zweitens wussten wir auch schon vor dem 28.2.: Deutschland tickt rechts bis ganz rechts.



        Frei nach dem Motto: je besser es mir geht, je mehr ich besitze, desto weniger bin ich bereit abzugeben.



        Das Verunmöglichen von Schlafen auf der Parkbank spricht doch eine deutliche Sprache.

    • @Nansen:

      Umverteilung von oben nach unten ist auch nur Konsumfinanzierung. Das Geld wird sich gepumpt, das Geld wird ausgegeben (im Zweifel für Importware, die dann auf dem Müll landet), das Geld ist weg. So bekommt man seine Bonität nicht hoch.

    • @Nansen:

      Auch für eine Umverteilung von oben nach unten oder höhere Steuern braucht es Wachstum. Zumindest beim gegenwärtigen Wirtschaftssystem.

      • @Tom Tailor:

        Exakt. Zumindest beim gegenwärtigen Wirtschaftssystem. Deshalb muss das dringend geändert werden. Denn das gegenwärtige Wirtschaftssystem fährt die Welt gegen die Wand.



        Dabei ist es gar nicht so schwierig. Es muss eben nur gerechter zugehen. Es muss allen Immer besser gehen. Aber dass das Vermögen der reichsten 500 Deutschen von 2020-2024 um 80% wächst (von 600 Mrd. € auf 1100 Mrd. €), während das Vermögen der 60 Millionen Ärmeren sogar sinkt, das geht auf Dauer nicht gut. Man muss zu Regeln kommen, die die Gewinne der Wirtschaft besser und gleichmäßiger auf alle verteilen. Und da das in den letzten 30 Jahren nicht passiert ist, benötigen wir erstmal als Ausgleich dafür eine Vermögenssteuer auf Zeit.

    • @Nansen:

      Dann lieber den sozialen Zusammenhalt vollends zerstören. Gehört wohl zur kohl‘schen geistig moralischen Wende.

    • @Nansen:

      Ähm die oberen 20% zahlen bereits 80% der ESt. Die unteren 10% zahlen gar keine Steuern.

      Wenn das keine gigantische Umverteilung von oben nach unten ist, dann ist die Erde eine Scheibe. Kann man auch nachrechnen: Ginikoeff vor und nach Steuern.

      Merksch was?

      • @GregTheCrack:

        Aha, und wieviel Einkommenssteuer zahlen die obersten 1%. Und wieviel von der Mehrwertsteuer? Und wieviel von ihrem sonstigen Vermögenszuwachs?



        Im Endeffekt kommt es nur darauf an, wieviel am Ende übrig bleibt. Und wenn alleine für die reichsten 500 Deutschen von 2020 bis 2024 500 Milliarden übrigbleiben als Gewinn, für die ärmeren 60 Millionen aber nichts, dann ist es nicht gerecht. Egal, ob diese 500 Reichsten auch am Wochenende arbeiten, denn das tun andere auch.

      • @GregTheCrack:

        Es geht auch eher um die oberen 0,1% als die oberen 20. Von einer Erhöhung der Einkommensteuer redet dementsprechend auch niemand.

        • @nihilist:

          Die SPD ist also bei Ihnen schon "niemand"? Traurig, aber nicht unverdient.

  • Die SPD ist auf Merz reingefallen? Das sollte man schleunigst den CDU-Mitgliedern stecken, die gerade in Scharen ihre Partei verlassen und wütende Briefe an die Parteispitze schreiben. Dringend informieren sollte man auch die vielen Unternehmer, die auf die Barrikaden gehen, weil sie befürchten, dass die versprochene Wirtschaftswende ausbleibt. Auch Herrn Merz sollte man unbedingt mitteilen, dass er Herrn Klingbeil reingelegt hat, ihm ist das nämlich selbst noch gar nicht aufgefallen.

    • @Jochen Laun:

      Da ist nichts mehr zuzufügen.

  • In jeder Koalition hat die SPD Federn gelassen.



    Besonders in den GroKos.



    Sie hat sich stets unterbuttern lassen.



    Und in der Zeit der Ampel-Dackellähme kamen zudem die großen gelben Blockierer mit ins Boot.



    Und jetzt ist die SPD in der prekären Situation dass Schwarz ganz sicher hinter den Kulissen die Fühler Richtung "anderer" Partner austreckt.

    Wie man hier sieht:

    www.focus.de/polit...-b3195fda57ee.html

    • @Bolzkopf:

      Und 1998 bis 2005 war sie federführend - Hartz IV, Spitzensteuersatz gesenkt, Krieg gegen Jugoslawien/Serbien.

  • Beim Bürgergeld sollte die SPD nachgeben, bei der Mütterrente die CSU. Aber die Erfolgsgeschichte Deutschlandticket samt massiver CO2-Einsparung zu gefährden ist mir absolut unverständlich.

    • @Drissejal:

      Sie befürworten es also, wenn Erwerbslose hungern müssen und/oder sogar ihre Wohnung verlieren?

      Gute Idee, zumindest für Ausbeuter, die daraufhin sicher auch noch die niedrigsten Löhne kürzen werden und bessere Erpressungsmöglichkeiten gegen die für Hungerlohn arbeitenden Menschen haben, und für die Alternative für Dumme, die sich jetzt schon die Hände reiben, weil deren Umfragewerte immer weiter rauf gehen und das 4. Reich immer näher rückt.

      Noch mehr Ausbeutung wird zu noch mehr Erfolg der Rattenfänger führen, eine logische Folge, da extrem viele Menschen nicht die einfachsten Zusammenhänge begreifen können.

      Zur Mütterrente habe ich zu wenig Informationen, habe mal kurz nachgeschaut und - oh Wunder - die wird auf die Grundrente angerechnet, sprich von Armut betroffene Frauen haben am Ende davon genau gar nichts, herzlichen Glückwunsch.

      Das Einzige, wo ich Ihnen Recht gebe ist, dass das Deutschlandticket bleiben muss. Allerdings muss es auch für Menschen finanzierbar bleiben die Sozialleistungen erhalten.

      Wer die Demokratie erhalten will, setzt sich für eine gerechtere Gesellschaft und für Umverteilung von Reich zu Arm ein. Repressionen gegen Arme zerstören die Demokratie.

      • @Truhe:

        Genau so ist es.

        Und eigentlich ist das ja auch gar nicht so schwer zu verstehen. Trotzdem haben das bisher nur sehr wenige verstanden. Merz nicht. Und die jetzt so wütend sind, weil er die Schuldenbremse teilweise aushebelt, schon gar nicht. Die scheinen immer noch zu glauben, dass man den Reichen nur immer noch mehr geben muss, damit dann die Wirtschaf vielleicht wieder ein bisschen wächst. Und vielleicht fällt dann ja irgendwann auch wieder ein bisschen was für die ärmeren 50% ab. Und wenn nicht, auch nicht schlimm, die verdienen es eigentlich sowieso nicht.



        Dass dagegen alleine das Vermögen der reichsten 500 Deutschen von 2020-2024 um 80% zugenommen hat, von 600 Mrd.€ auf 1100 Mrd..€ , das ist laut deren Denken kein Problem. Dass die 500 Mrd.€ dann woanders fehlen, kann nicht sein. Und selbst eine Vermögenssteuer von 5% (entsprechend 55 Mrd. € pro Jahr) wäre des Teufels. Das Gegenteil ist richtig. Wenn die Gesellschaft weiter den reichsten so viel Gekd schenkt, wie sie das in den letzten 30 Jahren gemacht, dann wird diese Demokratie untergehen, und das wird nicht lustig (s, USA) und das wird auch die Reichsten mit in den Untergang reißen.

  • Was der Artikel halt ignoriert ist, dass die SPD mit knapp minus 10% am stärksten von allen Parteien überhaupt abgestraft wurde.



    Woher da die SPD oder die Autorin dieses Artikels die Selbstverständlichkeit hernehmen, dass die Finanzvorhaben der SPD durchgesetzt werden müssen - ich weiß es nicht 🤷‍♂️



    Überdies kommt noch hinzu, dass die SPD auch in Sachen Migration nicht nachgeben will und selbst bei Themen die minimalen Effekt haben - wie beispielsweise dem Tempolimit - sich stur stellt.



    Irgendwie verwechselt man anscheinend im Willy-Brandt-Haus und auch bei der taz wer da am 23. Februar 28,5% geholt hat und wer mit 16,4% auf die Bretter geschickt wurde.



    Dabei zeigen die aktuellen Umfragewerte unmissverständlich, dass eine erneute Neuwahl absolut keine Option sein kann - außer man will ein unregierbares Deutschland erzeugen 🤷‍♂️

    • @Farang:

      Ich bin grundsätzlich dagegen, verlorene Stimmen höher zu bewerten als behaltene. Will sagen: natürlich darf die SPD die 16,4%, die ihr verblieben sind, auch in voller Höhe zu Markte tragen. 28,5% sind eben keine 51.

      Aber im Ergebnis haben Sie recht: Die Aufgabe, bei der nächsten Wahl eine Unregierbarkeit des Landes zu verhindern, ist eine überparteiliche. Und die wird man nicht erfüllen, indem man nach diesem Wahlergebnis darauf besteht, genauso weitermachen zu dürfen wie die Regierung, die es maßgeblich verursacht hat.

    • @Farang:

      Sie wissen nicht, warum die Finanzvorhaben der SPD, also Vermögenssteuer und Rentenniveaus, durchgesetzt werden sollten?

      Dabei ist die Antwort sehr einfach: Weil sonst die AfD bei der nächsten Wahl stärkste Partei sein wird und es ähnlich schlimm in Deutschland sein wird wie jetzt in den USA.

      Aber die CDU ist immer noch in der egoistischen Denke drin, dass wenn sie mehr Stimmen haben als die SPD, sie das Recht haben zu sagen, wo‘s langgeht.

      Dabei haben beide gemeinsam die Verantwortung, einen Weg zu finden, bei dem Deutschland eine stabile Demokratie bleibt, in der mindestens 50% der Menschen gerne leben, besser 80%.

      Und im Augenblick gäbe es bei Neuwahlen noch eine demokratische Mehrheit mit CDU/CSU/SPD/Grüne. Wenn die Finanzvorhaben der SPD nicht durchgesetzt werden, wird darin 1-2 Jahren anders aussehen.



      Und wenn CDU/CSU nicht mit Grün3n und Linken zusammenreimten wollen, dann sind sie undemokratisch.



      Denn SPD/Grüne/Linke haben zusammen wesentlich mehr Stimmen als CDU/CSU.

      • @DemokratieKoennteSoSchoenSein:

        "im Augenblick gäbe es bei Neuwahlen noch eine demokratische Mehrheit mit CDU/CSU/SPD/Grüne"



        Glauben sie ernsthaft Kenia käme zu einem Koalitionsvertrag wenn es jetzt schon bei schwarz-rot schwer fällt???



        Und das hieße weiter 6 Monate ohne Regierung - mindestens. 3 Monate Wahlkampf und 3 Monate Koalitionsverhandlungen, im Bestfall also eine neue Regierung Richtung Herbst...



        Das kann sich Deutschland nicht erlauben. Nicht mit Trump, nicht mit Ji Xinping, nicht mit Putin und erst recht nicht mit einer AfD die drauf und dran ist stärkste Partei bundesweit zu werden.



        Schwarz-rot muss zu Potte kommen, am besten gestern schon.



        Söder redet oft einen Schmarrn, er hat aber direkt nach der Wahl gesagt, dies sei die letzte Chance für die Demokratie in Deutschland - da hat er, meiner Meinung nach, mal absolut den Nagel auf den Kopf getroffen.

    • @Farang:

      Tja, nun hat sich aber auch die Merz-CDU von der Mitwirkung der SPD abhängig gemacht. Zusammenarbeit mit den Grünen hatte man ja schon im Vorfeld ausgeschlossen, gegen die Blauen sträubt man sich noch. Solche Vorteile werden in der Politik knallhart ausgenutzt. Wie im richtigen Leben! ;-)

    • @Farang:

      Warum sollte die SPD bei der Migration nachgeben? Die CDU/CSU-Ideen werden zu keinerlei Verbesserung führen.



      Das Tempolimit hätte einen positiven Effekt (s. Schweiz), vor allem wäre er nicht nur durch Schlangen vor den Grenzen sichtbar.



      Das Problem der nächsten Regierung wird der Kanzler selbst sein.

      • @Aurego:

        Postulieren Sie, dass die SPD eigentlich ja „das Gute“ will? Wie lange regiert diese Partei schon (mit)?

      • @Aurego:

        Gerade wäre Migration eigentlich nicht für ein großes Problem unseres Landes hält, sollte akzeptieren können, dass es bei neuen Ansätzen in der Migrationspolitik auch maßgeblich um gefühlte Auswirkungen geht. Die AfD punktet mit dem Gefühl, Migration erfolge unkontrolliert, nicht mit den realen Folgen der Migration.

        Ein Tempolimit mag vielleicht unterm Strich geringe Vorteile bringen, aber die stehen in keinem Verhältnis zu dem Zankapfel, der daraus gemacht wird. So ist ein symbolpolitischer Popanz.

        Der Kanzler ist aus Sicht des politischen Gegners IMMER ein Hauptproblem der Regierung. Er wird verlässlich Alles kaputtmachen und das Land in den Abgrund führen. Gut, dass das folgerichtig schon ein paar Mal seit Gründung der Bundesrepublik passiert ist, und wir uns daher an das Leben im Abgrund so gut anpassen konnten... 😉

      • @Aurego:

        Das ist nur ihre Behauptung. Die Wahlen legen einen anderen Wunsch der Wähler nahe.

      • @Aurego:

        Wegen des Wahlergebnisses?

        • @Querbeet:

          Ein Wahlergebnis, das nur auf dem Narrativ basiert, dass die Politik der Ampel (in einer Phase internationaler Katastrophen und nach 16 Jahren konservativer Untätigkeit) schlecht gewesen sei und ein vollkommen unerfahrener Herr Merz es besser könne (was noch zu beweisen ist), heißt keineswegs, dass eine SPD, die für die CDU die einzige sinnvolle Koalitionsoption darstellt, wenn sie an ihren Unvereinbarkeitsbeschlüsse festhält, keine eigenen politischen Vorstellungen durchsetzen kann.



          Wie gesagt: Grenzkontrollen und Zurückweisungen werden keines der wirklich wichtigen Probleme lösen, also sollte man sich damit nicht lange aufhalten. Die wirklich wichtigen langfristigen Probleme heißen im Moment Wirtschaft, militärische Sicherheit und der Erhalt unserer Umwelt.

          • @Aurego:

            Ja klar. Und welchem "Narrativ" ist der so ahnungslose Wähler gefolgt, als er 2021 die GroKo abgewählt und die Union in die Opposition geschickt hat? Dem, dass mit der Ampel alles besser wird? Dass die SPD mit dem Stillstand nichts zu tun hatte? Trotz 12 Jahren ununterbrochener Regierungsbeteiligung?



            Es ist allenfalls eine Behauptung, dass die CDU Probleme nicht besser anpackt als die Ampel. In Teilen seh ich das sogar auch so. Aber es ist trotzdem aberwitzig das Wahlergebnis auf die fehlende Kompetenz der Wählerschaft zu schieben, die ja nur nicht erkannt hat, was sie mit einem Kanzler Scholz hätte haben können.

            • @Deep South:

              Zur Wahl 2021: Die WählerInnen wissen bei der Stimmabgabe nicht, welche Regierung sie wählen. Sie haben also nicht die Ampel gewählt, sondern sie wählten eine - notwendige - Richtungsänderung. Was richtig ist, ist, dass nicht neue Regierungen gewählt, sondern alte abgewählt werden.

            • @Deep South:

              Behaupten Sie etwa, dass mehr als 50% unserer Mitbürger informiert genug seien, gute Wahlentscheidungen zu fällen und genug politische Kompetenz hätten, die Tragweite ihrer Entscheidungen zu überblicken? Da bin ich realistischer.

    • @Farang:

      Davon mal ab wird Merz ja gerade abgestraft, weil er seine "märchenhafte" Politikidee von aus dem Nichts generierten Wirtschaftswachstum ohne Schulden und Steuererhöhungen nicht umsetzen kann. Die Wahlprogramme der beiden Parteien hatten schon unausgegorene und unrealistische sowie gegensätzliche Ansätze, die jetzt mal in Richtung Realisierbarkeit gerückt werden müssen.

  • Wenn man sich mal die Wortmeldungen der Unternehmen ansieht, dann hört man, neben dem standard Gerausche "weniger Bürokratie (Synonym für Arbeitnehmerrechte und Umweltschutz)", vor allem eines: Auftragsbücher leer!



    Wie füllt man nun die Auftragsbücher der Produzenten? Mit Nachfrage! Und da es sich um eine Wertschöpfungskette handelt, am besten Nachfrage durch Endverbraucher! Die kurbeln dann nämlich die Wirtschaft auf jedem Schritt der Wertschöpfung und bei den Zulieferern an.



    Wessen Einkommen erzeugt die meiste Nachfrage? Die Frage hat die Wirtschaftswissenschaft schon lange beantwortet: Je tiefer die Einkommensschicht, desto mehr Einkommen wird für Konsum genutzt, erzeugt also Nachfrage.



    Der Plan der Union sieht nun vor, die Einkommen in den unteren Schichten zu senken: durch Kürzungen von Sozialleistungen, die sich dann auch auf die Löhne, vor allem im unteren Lohnsegment durchschlagen.



    Währenddessen will man durch Steuersenkungen, vor allem für Unternehmen, die ja ihre Gewinne als Ausschüttung an ihre Eigner weitergeben, die Einkommen der Reichsten erhöhen.



    Es liegt auf der Hand, dass dies nicht zu mehr Nachfrage führen wird, sondern sie eher noch weiter abwürgt.

    • @TeeTS:

      Nun ging mit der Einführung des Bürgergeldes das Einkommen der unteren Schichten gerade erst nach oben.

      Da müssten nach Ihrer Sicht die Auftragsbücher doch voll sein, meinen Sie nicht?

      • @rero:

        Die "Auftragsbücher" vor Ort sind ja auch gut gefüllt. Gastronomie, Einzelhandel, Handwerk suchen alle immer noch nach Personal.

        Der exportorientierten Industrie nützt das natürlich nichts. Geringverdiener kaufen keine Spritzgussformen oder Spürpanzer.

  • Na, dann ist Merz ja auf einer Linie mit Trump: Auch Trump verteilt durch die Festsetzung exorbitanter Zölle (die die Konsumenten bezahlen) und den angepeilten Steuersenkungen für Unternehmen (die die Unternehmensgewinne erhöhen) massiv von unten nach oben. Die AfD würde das übrigens ganz genauso machen.

    Diejenigen, denen das nicht gefällt, sollten sich genau überlegen, ob sie nächstes Mal ihr Kreuzchen nicht doch weiter links machen sollten.

    • @Aurego:

      ... oder platt gesagt: wenn der Asylbewerber hungert, fühlt sich der (kleine) AfD-Fan satt, dann hört er auch nicht mehr, wenn sein eigener Magen knurrt.

    • @Aurego:

      Sie überschätzen die Klugheit der AfD-Wähler.



      Für die ist es wichtiger, dass es anderen noch schlechter geht als ihnen selbst.

    • @Aurego:

      Der Trumpvergleich passt hier irgendwie nicht.

      Trump scheint ja als Ziel zu haben, mit den Zöllen Industriearbeitsplätze zu schaffen.

      Merz hat diese Absicht nun überhaupt nicht.

      In der Zielrichtung wäre Trump hier den Parteien weiter links näher.

      Passt aber auch nicht, weil die die Ansicht nicht drin haben, Arbeitnehmer und Unternehmer würde das Gleiche glücklich machen.

      Die AfD hat vor allem sehr liberalistische Wirtschaftspolitik auf dem Plan und ist nicht a priori gegen internationale Vernetzung.

      Da wäre eher eine Freihandelszone mit Russland zu erwarten.

      Vielleicht muss man Trump nicht als Schablone für alles nehmen?

      • @rero:

        Vorsicht! "Trump scheint als Ziel zu haben" ... Wer sagt, dass das eigentliche Ziel nicht ist, mit Zöllen Steuersenkungen für Firmen zu finanzieren? Dass US-Firmen Industriearbeitsplätze in Billiglohnländer auslagerten, hatte ja durchaus Sinn, denn in den USA gäbe es nicht genügend billige Arbeitskräfte. Würde man in den USA produzieren, wären manche Produkte unerschwinglich.

    • @Aurego:

      Das wird nicht funktionieren. Nur Menschen, die möchten, dass alle arme Menschen mehr haben sollen, machen ihr Kreuz links. Menschen, denen es so schlecht geht, dass sie bereit sind, anderen armen Menschen etwas wegzunehmen, damit sie selbst mehr haben, machen ihr Kreuz bei den rechtsextremen.



      Siehe auch das Kindle eBook „Wie wir unsere Demokratie retten könnten - Falls Politik, Wirtschaft und Superreichen ihren Teil beitragen“

      • @DemokratieKoennteSoSchoenSein:

        Ja, nur gerade in Deutschland haben wir vor 80 Jahren schmerzlichst feststellen müssen, dass man mit Rechtsextremismus, Faschismus und Rassismus den Karren ziemlich schnell gegen die Wand fährt, so dass davon nur Schrott übrigbleibt.